Zwischenstationen

Nachdem wir uns ausführlich die ehemalige kasachische Hauptstadt und das Umland angesehen haben, sind wir auf Astana, die aktuelle Hauptstadt (seit 1998) gespannt. 1200 km und 20 Stunden Zugfahrt stehen uns bevor. Wieder fahren wir in der 3. Klasse und Jelena, die in einem der Betten unter uns schläft bietet uns diverse Häppchen aus ihrem reichhaltigen Repertoire an. Mit unserem Fertigessen und den abgepackten Snacks können wir da kaum punkten.

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Blick aus unserem Fenster auf Astana

In Astana haben wir mal wieder großes Glück mit unserer Unterkunft. Alisher, unser Gastgeber aus Almaty, hat uns ein super Hostel vermittelt. Es liegt in einem der drei neuen asymmetrischen Hochhäusern, den Emerald Towers, im 22. Stock mit einer grandiosen Aussicht über die ganze Stadt. Der Großteil Astanas wurde erst in den letzten 10 Jahren aus dem Boden gestampft. Es ist beeindruckend, welche Prunkbauten und Wolkenkratzer hier in so kurzer Zeit entstanden sind. 2017 wird in Astana die EXPO stattfinden. Bis dahin wird sich noch einiges hier tun, denn überall am Stadtrand sehen wir Großbaustellen auf denen weitere Gebäude entstehen.

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Franzi relaxt im Baiterek Tower, dem Wahrzeichen der Stadt

Von verschiedenen Leuten haben wir gehört, dass für Astana 1-2 Tage ausreichen. Sie hatten Recht. Man sieht sich recht schnell satt an den überdimensionalen Bauten und der modernen Architektur. Leider gibt es keinen historischen Stadtkern und wir vermissen das Flair eines richtigen Zentrums mit Bars, Cafés und Restaurants. Wir fragen uns, wie die Leute hier ihre Freizeit verbringen. Die Straßen sind ziemlich leer am Sonntag. Den meisten Menschen begegnen wir in den oberen Etagen der riesigen Einkaufszentren, die täglich geöffnet haben. Dort gibt es Kinos, Kinderbespaßung und diverse Fast Food Läden. Schon am 2. Tag langweilen wir uns ein wenig und freuen uns auf die Weiterreise nach Omsk.

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Unser Wagon im Zug nach Omsk

Die Zugfahrt nach Omsk ist sensationell kurz: nur 14 Stunden. Der Zug ist angenehm leer, sodass wir auch in der 3. Klasse viel Platz haben. Die Grenzkontrollen an der kasachisch-russischen Grenze verlaufen reibungslos. Unsere Fahrt führt uns durch bunte Herbstwälder und es wird mächtig kalt. Sibirien lässt schon grüßen und das Anfang September! In Omsk trägt man bereits Winterjacke. Die Tagestemperatur liegt zwischen 4 und 8 Grad. Zum ersten Mal auf unserer Reise machen wir Gebrauch vom Zwiebelschalenprinzip. Ein bisschen wünschen wir uns, wir hätten doch ein paar richtige Wintersachen eingepackt.

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Die Karl Marx Allee, eine der zentralen Lebensadern der Stadt

Omsk ist so, wie wir uns Russland wirklich vorgestellt haben, nicht wie das blank polierte Zentrum von Moskau. Wir schlendern durch die Stadt, kehren in das eine oder andere hübsche Café ein und probieren alle Verkehrsmittel aus. Die 60 Jahre alte Tram rumpelt und schwankt durch die Stadt wie ein Schiff auf hoher See. Als schnelle Alternative gibt es die Marschrutkas, kleine private Minivans, die einen im Affenzahn durch die Stadt kutschieren.

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Die Minishops und Straßenbahnhaltestelle direkt am Hostel

Unser Hostel ist erst 2 Monate alt und Sasha, die am Empfang arbeitet, erzählt uns, dass das Hostelkonzept in Russland sehr neu ist. Am letzten Tag decken wir uns im Supermarkt ordentlich mit Verpflegung ein. 60 Stunden Zugfahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn liegen an.

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Den Strand am Irtysch lassen wir aus, nur kurzes Posieren fürs Foto


Stopovers

After having explored the former Kazakh capital and its surroundings we are curious about the new capital Astana. 1200 km and 20 hours on the train lie ahead of us. Again we have a third class ticket and Jelena who has a bed below ours is offering all kinds of snacks to us. We cannot impress anybody with our instant food.

In Astana we are again very lucky concerning the accommodation. Alisher, our host from Almaty, organized us a great hostel. It is situated in one of the three asymmetric skyscrapers, the Emerald Towers on the 22nd floor with a stunning view over the city. The main part of Astana was built in the last ten years. It is impressive to see what posh buildings and skyscrapers developed in no time. In 2017 Astana is going to host the EXPO. Until then a lot of buildings will develop because we can see many construction sites at the borders of the city

Several people told us that spending 1-2 days in Astana is enough and they were right. You quickly have had your feel of seeing those over-sized buildings and modern architecture. Unfortunately there is no historic old town and we miss the flair of a proper city centre with bars, cafes, and restaurants. We are wondering how people spend their spare time here. On Sunday most of the streets are empty. We see the most people in the top floor of the many huge shopping centres, that are opened daily. There you can find cinemas, kids entertainment and different fast food eateries. On the second day we already get bored and look forward to travelling to Omsk.

The train ride to Omsk is very short, only 14 hours. The train is pleasantly empty, therefore we have a lot of space in the third class car. The passport control at the Kazakh-Russian border happens smoothly. The train is going through autumn coloured woods and it gets really cold. Siberia already says hi and it is only the beginning of September! People in Omsk already wear their winter jackets. The temperature during the day varies from 4 to 8 degree C. We use the onion skin principle and wear all our clothes above the other. We regret not having packed a few warmer clothes for our travels.

Omsk appears as we imagined Russia to be, not like the clean and posh Moscow city centre. We linger through the city, sit down in a nice cafe and try out all the means of transport. The 60 years old tram rumbles and sways through the city like a ship in rough sea. As a fast alternative there is Marshrutkas, private minivans, that drive you high-speed through the city.

Our hostel is only two months old and Sasha, the reception clerk tells us that hostel concept is very new to Russia. At our last day in Omsk we buy large supplies in the supermarket because we are about to spend 60 hours on the Trans Siberian Railway train.

8 Gedanken zu “Zwischenstationen

  1. Hallo meine Weltenbummler,

    ich freu mich schon jedes mal auf den Freitag, weil ich da gespannt eure Berichte lese. Ich hoffe ihr friert euch nix ab:-)
    Gute Weiterreise!

    LG lecker-schmecker Susi

  2. Hallo, bin Ronnys Schwiegermutter u. lese seit Neustem Eure Berichte. Macht großen Spass u. bringt Fernweh.
    Frage: Wo wascht Ihr Eure Wäsche? Freue mich auf den Bericht über die Trans Sibirische.

    Gruß Schwiegermutter

    • Hallo und danke für das Lob. Bis jetzt hatte mindestens jede zweite Unterkunft eine Waschmaschine, die sich alle Gäste teilen. Wenn wir in so einer Bleibe ankommen, heißt es erstmal alles waschen. Letzten wollten wir die Nacht vor der Weiterreise noch waschen und dann war Stromausfall und wir haben die nasse Wäsche nicht aus der Maschine bekommen. Drei Uhr morgens war der Strom wieder da und alles hat noch gut geklappt.

  3. Die Frage, wo Leute ihre Freizeit verbringen, hatte ich auch oft in Kapstadt, besonders in Johannesburg. Die Mehrheit (der Mittelschicht) verbringt sie am Wochenende in Malls, Casinos oder Fastfood Outlets. Für Kinder gibt es sogar einen Mega Indoor Gamepark, wo sie stundenlang an Automaten spielen können. Obwohl Kapstadt eine wunderschöne Natur und gutes Wetter hat, ist da immer dieser unterschwellige Wunsch in einer sicheren kontrollierten Umgebung zu sein…Schade.
    Alles Gute weiterhin!

  4. Privjet !
    nur noch ein Tip zu den „mest 68“ Wägen die Ihr ja oft benutzt habt…- Die meisten/alle wurden von der Deutschen Waggonbau in Ammendorf (ja der Stadtteil im Süden von Halle /Saale) bzw. Görlitz gebaut.- Zumindest bis 1992…

    Ja dann geniesst die vielen Eindrücke !

    Packa
    Michael

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